Teil 1 von 9
Warum ich Wissenschaft und Zauberkunst zusammenbringe
Drei Krisen, eine Antwort. Warum Wissen allein nicht reicht und das Staunen fehlt.
Wenn ich erzähle, dass ich zaubere und Wissenschaftler bin, ernte ich meistens ein Stirnrunzeln. Passt das zusammen? Hier die nüchterne Erklärung, dort die inszenierte Unmöglichkeit? Ich glaube: Es passt nicht nur zusammen, es gehört zusammen. Und in dieser kleinen Reihe möchte ich Ihnen zeigen, warum.
Fangen wir mit einem Widerspruch an, der mich seit Jahren umtreibt. Noch nie war so viel Wissen so leicht verfügbar wie heute. Jede Frage beantwortet das Telefon in der Hosentasche. Und trotzdem läuft einiges schief.
Da ist erstens das wachsende Misstrauen gegenüber der Wissenschaft. Das Wissenschaftsbarometer 2024 zeigt: Nur noch etwa drei von zehn Menschen fühlen sich gut informiert, deutlich weniger als im Jahr zuvor. Zweitens verlieren junge Menschen das Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Berufen; die Zahl der Studienanfänger in Ingenieurfächern und Informatik ist zuletzt spürbar gesunken. Und drittens, am tiefsten: Die Gesellschaft spaltet sich. Über drei Viertel der Deutschen erleben ihr Land als zerrüttet.
Das Erstaunliche ist: Diese Krisen entstehen nicht, weil uns Wissen fehlt. Sie entstehen mitten im Überfluss an Wissen.
Ein Befund hat mich dabei besonders erschüttert. Der Rechtswissenschaftler Dan Kahan hat gezeigt, dass mehr Faktenwissen die Spaltung bei Streitthemen nicht verringert, sondern verstärkt. Menschen mit mehr Kompetenz nutzen diese bevorzugt, um die Meinung ihrer eigenen Gruppe zu untermauern. Wissen wird zur Waffe, nicht zur Brücke.
Wenn aber Wissen allein nicht reicht, was fehlt dann?
Meine Antwort, und die Antwort dieser Reihe, lautet: das Staunen. Nicht als Dekoration, sondern als Haltung. Die Forscherin Helen De Cruz beschreibt Staunen als eine besondere Art von Gefühl: Es meldet uns, dass die Welt gerade nicht so ist, wie wir dachten, und dass wir unser Bild von ihr überarbeiten sollten. Staunen entsteht genau im Moment der Überraschung, wenn eine Erwartung bricht. Und in diesem Moment ist etwas Bemerkenswertes möglich: Das Gehirn verteidigt sich nicht, sondern es lernt.
Das nenne ich das Staun-Paradox: Wissen ohne Staunen verhärtet uns. Wissen, das durch Staunen entsteht, öffnet uns. Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern in dem Gefühl, mit dem wir ihn erleben.
Und hier kommt die Zauberkunst ins Spiel. Sie ist, soweit ich sehe, die einzige Kunstform, die Staunen zuverlässig, sofort und überall erzeugen kann. Ohne Orchester, ohne Atelier. Ein einziger Trick genügt, am Küchentisch, im Klassenzimmer, im Besprechungsraum. Ein Ball verschwindet, eine Münze taucht dort auf, wo sie nicht sein kann, und im Kopf des Zuschauers zündet unweigerlich dieselbe Frage: Wie kann das sein?
Diese Frage ist kein Trick. Sie ist eine Einladung. Denn mit genau dieser Frage fängt jede Wissenschaft an.
In einer Zeit, in der Wissen allein nicht mehr trägt, brauchen wir das Staunen zurück.
Nächster Teil: Spielen, Staunen, Erkennen. Wie wir uns ein Bild von der Welt machen.
Teil 2 von 9
Spielen, Staunen, Erkennen
Der Dreiklang: wie wir uns ein Bild von der Welt machen.
Wie machen wir uns eigentlich ein Bild von der Welt? Die Antwort ist überraschend einfach, und sie steckt in drei Wörtern, die für mich das Herzstück von allem sind: Spielen, Staunen, Erkennen.
Spielen heißt: Ausprobieren, ohne dass etwas gelingen muss. Mein Freund und Mitautor Jan Becker sagt, Spielen sei wie eine Bleistiftskizze, man darf sie wieder wegradieren. Kein Druck, keine Note, kein prüfender Blick im Nacken. Und genau in diesem druckfreien Raum passiert etwas: Man tut Dinge, die man sich sonst nicht traut. Man wird geschickter, ohne es zu merken.
Staunen ist der Moment, in dem etwas anders kommt als gedacht. Man probiert herum, und plötzlich gelingt ein kleiner Zauber, den man sich selbst nicht zugetraut hätte. Man lacht überrascht über sich. Dieses Gefühl der Verblüffung, die Lücke zwischen dem, was wir erwartet haben, und dem, was wirklich geschah, ist das Staunen.
Erkennen ist, was danach kommt: Wir passen unser Bild von der Welt an das an, was wir gerade erlebt haben. Aus „das kann ich nicht“ wird „das kann ich ja“.
Das Schöne daran: Diese drei Schritte sind nicht nur eine hübsche Formel fürs Zaubern. Sie sind exakt das, was gute Wissenschaft tut. Das Spielen entspricht dem Experiment. Das Staunen entspricht dem Moment, in dem ein Versuch die eigene Erwartung widerlegt. Und das Erkennen ist das, was Forscher ein „Modell-Update“ nennen: Wir korrigieren unsere Annahme über die Welt.
Wir lernen also nicht, indem wir Antworten auswendig lernen. Wir lernen, indem eine Erfahrung mit unserer Erwartung kollidiert. Der Lernfunke springt fast immer dort, wo etwas passiert, das wir nicht vorhergesehen haben.
Und hier liegt der eigentliche Trick der Zauberkunst, kein Trick der Hände, sondern ein didaktischer: Ein Zaubertrick inszeniert diese Kollision absichtlich. Er nimmt eine unserer festesten Annahmen über die Welt, „Dinge verschwinden nicht einfach“, „Materie durchdringt keine Materie“, und lässt sie für einen Moment brechen. Das ist keine Täuschung um der Täuschung willen. Es ist eine kontrollierte Irritation: ein sanfter Stups, der festgefahrene Annahmen wieder beweglich macht.
Dabei lohnt eine kleine Unterscheidung. Es gibt harte Annahmen (ein Ball fällt nach unten) und weiche Annahmen (mein Vorschlag ist bestimmt besser als der meiner Kollegin). Die schönsten Lernmomente entstehen, wenn eine harte Annahme bricht. Und die schlechtesten Diskussionen entstehen, wenn wir weiche Annahmen behandeln, als wären sie hart, wenn wir eine bloße Vermutung für eine Tatsache halten.
Genau das übe ich in meinen Programmen ein: das Gefühl dafür, wie mühelos wir Vermutungen mit Wissen verwechseln. Wer einmal am eigenen Leib gestaunt hat, wie sicher sich ein Irrtum anfühlen kann, wird im Alltag ein bisschen vorsichtiger, und ein bisschen neugieriger.
Spielen, Staunen, Erkennen. Es klingt nach Kinderkram. Es ist das Gegenteil: die erwachsenste Art, klug zu bleiben.
Nächster Teil: Was im Kopf passiert, wenn wir staunen.
Teil 3 von 9
Was im Kopf passiert, wenn wir staunen
Vorhersagefehler, das „kleine Selbst“, warum Staunen offen macht.
Wenn eine Münze vor Ihren Augen verschwindet, geschieht in Ihrem Kopf in Sekundenbruchteilen etwas erstaunlich Präzises. Ich finde diesen inneren Vorgang fast schöner als den Trick selbst.
Unser Gehirn ist keine Kamera, die die Welt einfach aufnimmt. Es ist eher ein unermüdlicher Wettermoderator: Es sagt ununterbrochen voraus, was als Nächstes passieren wird. Sie greifen nach der Tasse und erwarten ein bestimmtes Gewicht. Sie steigen eine Treppe hinauf und erwarten die nächste Stufe. Meistens stimmt die Vorhersage, und Sie merken gar nichts davon.
Ein Zaubertrick tut nun genau eins: Er erzeugt eine Vorhersage, die nicht eintrifft. Fachleute nennen das einen Vorhersagefehler (englisch: prediction error). Die Münze müsste da sein, sie ist es nicht. Für einen winzigen Moment klafft eine Lücke zwischen dem, was Sie erwartet haben, und dem, was Sie sehen. Und diese Lücke ist kein Defekt. Sie ist der Motor des Lernens. Denn ein Gehirn, dessen Vorhersage gerade gescheitert ist, weiß: Mein Bild von der Welt muss überarbeitet werden. Es macht sich auf, aufmerksam, wach, offen.
Das ist der Grund, warum wir uns Dinge, über die wir gestaunt haben, so viel besser merken als Dinge, die wir bloß gehört haben.
Es gibt aber noch einen zweiten Effekt, und der ist mir fast der wichtigere. Wenn wir wirklich staunen, vor einem Sternenhimmel, einem Gewitter, einem unerklärlichen Moment, dann wird in unserem Gehirn ein bestimmtes Netzwerk kurz leiser. Forscher nennen es das Default Mode Network; man könnte es das „Ich-Netzwerk“ nennen. Es ist für unser Grübeln zuständig, für das ständige Kreisen um uns selbst, um unsere Meinungen, um unsere Gruppenzugehörigkeit.
Im Staunen tritt dieses Ich einen Schritt zurück. Der Psychologe Dacher Keltner spricht vom „kleinen Selbst“: Wir fühlen uns klein gegenüber etwas Größerem, und paradoxerweise im selben Moment verbundener. Kleiner und größer zugleich. Experimente zeigen, dass Menschen nach einem Staunmoment hilfsbereiter, großzügiger und offener sind. Nicht, weil man es ihnen gesagt hätte. Sondern weil das ewig verteidigende Ich für einen Augenblick den Platz geräumt hat.
Und genau darin liegt für mich die Verbindung zwischen Zauberkunst und klarem Denken. In dem kurzen Fenster, in dem unsere Vorhersage gescheitert ist und unser Ich leiser wird, sind wir weniger an unsere eigenen Vorannahmen gekettet. Wir sind, für einen Moment, wirklich lernfähig. Nicht abwehrend. Nicht rechthaberisch. Offen.
Das ist keine Esoterik, sondern messbar. Und es erklärt, warum ein guter Zaubertrick mehr ist als Unterhaltung: Er versetzt uns kurz in genau den Geisteszustand, den auch eine gute Forscherin braucht, wach für das Unerwartete und bereit, das eigene Bild zu korrigieren.
Beim nächsten Mal, wenn Sie über etwas staunen, achten Sie einen Moment auf sich selbst. Sie werden merken: Sie sind ganz da. Und Sie sind offen. Genau das wollte ich Ihnen zeigen.
Nächster Teil: Die acht Orte, an denen das Staunen auf uns wartet.
Teil 4 von 9
Die acht Orte, an denen das Staunen wartet
Die acht Quellen des Staunens nach Keltner und Becker.
Staunen wirkt oft wie ein Glücksfall, etwas, das einen einfach überkommt oder eben nicht. Aber das stimmt nur halb. Die Forschung hat inzwischen ziemlich genau kartiert, woher tiefes Staunen kommt. Der Psychologe Dacher Keltner hat aus vielen Menschen und vielen Kulturen acht große Quellen herausgearbeitet, die „acht Wunder des Lebens“. Mein Mitautor Jan Becker nennt sie eine Landkarte des Staunens. Ich finde: Wer sie kennt, findet das Staunen viel leichter wieder.
- Die moralische Schönheit anderer Menschen. Überraschend: Das ist laut Keltner die häufigste Quelle überhaupt. Nicht Sternenhimmel, sondern Güte. Ein mutiger, selbstloser, unerwartet freundlicher Mensch bringt uns am zuverlässigsten zum Staunen.
- Der kollektive Überschwang. Das gemeinsame Aufgehen in etwas Größerem: ein Konzert, ein Stadion, ein Ritual, ein Tanz. Der Moment, in dem aus vielen Ichs für eine Weile ein Wir wird.
- Die Natur. Der Sturm, der Sonnenaufgang, das Meer, aber genauso das Geäder eines einzelnen Blattes, das aussieht wie ein Flusssystem aus dem All. Eine fast unerschöpfliche Quelle, und die am leichtesten zugängliche.
- Die Musik. Jenes Ergriffensein, das uns eine Melodie schenken kann, ohne dass wir sagen könnten, warum.
- Die Kunst und ihre Muster. Werke und Formen, die wir als bedeutsam empfinden. Kunst ist gewissermaßen konserviertes Staunen, das über Jahrhunderte hinweg zu uns spricht.
- Das Spirituelle. Momente der Stille, der Andacht, des Kontemplativen, ob religiös gerahmt oder nicht.
- Leben und Tod. Eine Geburt, ein Abschied, die großen Schwellen der Existenz, an denen alles Alltägliche unwichtig wird.
- Die großen Ideen. Der Moment des Begreifens, das „Heureka!“, wenn ein Zusammenhang plötzlich aufleuchtet und man die Welt danach mit anderen Augen sieht.
Diese letzte Quelle ist die, die ich in meinen Programmen am liebsten kultiviere: das Staunen der Erkenntnis. Aber das Schöne an der Landkarte ist, dass die anderen sieben keine Konkurrenz sind, sondern zusätzliche Türen. Eine Geschichte von Zivilcourage, ein Naturbild, ein gemeinsam erlebter Zaubermoment, all das kann die Tür öffnen und das geweckte Staunen dann auf das lenken, worum es eigentlich geht.
Ein kleiner Hinweis noch, weil er oft verwechselt wird: Humor ist nicht dasselbe wie Staunen. Beide beginnen zwar gleich, mit einer gebrochenen Erwartung. Aber der Witz löst die Spannung durch Entwarnung („ach, so war das gemeint“), das Staunen durch Erkenntnis („so ist die Welt also“). Humor ist ein guter Nachbar des Staunens, aber ein anderer Ort.
Warum das alles nützlich ist? Weil man Staunen dann nicht mehr dem Zufall überlassen muss. Wer weiß, wo es wohnt, kann es besuchen. Suchen Sie diese Woche einmal ganz gezielt an einem dieser acht Orte. Sie werden überrascht sein, wie viel dort auf Sie wartet.
Nächster Teil: Warum man Staunen üben kann, wie eine Vokabel.
Teil 5 von 9
Staunen kann man üben, wie eine Vokabel
Der Awe-Walk und die Staun-Safari: Staunen ist trainierbar.
Als Jan Becker mir zum ersten Mal sagte, man könne Staunen üben wie eine Vokabel, hielt ich das für Esoterik. Heute weiß ich: Es ist eine der am besten belegten Erkenntnisse der ganzen Staun-Forschung. Und das Beste: Es ist kinderleicht.
Die Psychologin Virginia Sturm hat ältere Menschen acht Wochen lang wöchentlich spazieren geschickt. Die eine Gruppe ging einfach los. Die andere bekam eine einzige, seltsame Anweisung: Geht mit Beginner's Mind, schaut alles an, als sähet ihr es zum ersten Mal. Man nannte es den „Awe Walk“, den Staun-Spaziergang.
Das Ergebnis widerspricht allem, was man erwarten würde. Normalerweise stumpfen wir gegen Wiederholungen ab, der zehnte Spaziergang auf derselben Strecke langweilt. Die Staun-Gruppe aber berichtete von Woche zu Woche von mehr Staunen, mehr Freude, weniger Ängstlichkeit. Sie wurden nicht müder, sondern wacher. Sogar ihre Selfies veränderten sich: Das eigene Gesicht wurde kleiner, die Welt ringsum größer.
Warum funktioniert das? Weil Staunen weniger davon abhängt, was wir sehen, als davon, wie wir hinschauen. Die Welt ist voller Staunenswertes, wir laufen nur meistens mit dem Kopf woanders daran vorbei. Der Beginner's Mind ist nichts anderes als die Entscheidung, kurz anzuhalten und wirklich hinzusehen.
Ich habe daraus eine kleine Übung gemacht, die ich Ihnen ans Herz lege. Nennen wir sie die Staun-Safari:
- Gehen Sie einmal pro Woche zwanzig Minuten spazieren, am besten dort, wo Sie Weite oder Natur finden. Ein Park, ein Ufer, ein freier Blick genügen.
- Die einzige Regel: Betrachten Sie alles, als sähen Sie es zum ersten Mal. Suchen Sie aktiv nach einem einzigen Detail, das Sie zum Staunen bringt: das Geäder eines Blattes, ein Lichtspiel, eine Struktur im Asphalt.
- Machen Sie ein Foto davon. Nicht von sich selbst, von ihm, dem Staunenswerten.
- Und schreiben Sie danach einen einzigen Satz in ein kleines Heft. Ein Staun-Tagebuch, eine Seite pro Tag.
Das Komische ist, und das erlebt fast jeder, der es versucht: Je öfter man sucht, desto mehr findet man. Das Staunen wird nicht knapper. Man selbst wird aufmerksamer.
Und dann, nach vier Wochen, stellen Sie sich eine Frage: Fällt es leichter oder schwerer, Staunenswertes zu finden? Die Antwort verrät Ihnen etwas Wichtiges, nämlich dass Aufmerksamkeit trainierbar ist. Dieselbe offene, frische Haltung, die das Staunen sucht, ist übrigens genau die Haltung, die auch gute Forschung auszeichnet: hinsehen, als wüsste man noch nichts.
Staunen ist also kein Glücksfall, der einem zustößt. Es ist ein Muskel. Und wie jeder Muskel wird er stärker, je öfter man ihn benutzt. Fangen Sie klein an. Ein Blatt genügt.
Nächster Teil: Warum mehr Wissen uns spaltet und Staunen uns verbindet.
Teil 6 von 9
Warum mehr Wissen uns spaltet und Staunen uns verbindet
Warum mehr Wissen polarisiert und Staunen entspannt.
Es gibt eine unbequeme Wahrheit, die ich in dieser Reihe nicht auslassen möchte, weil sie mich zum Nachdenken gebracht hat: Mehr Wissen macht uns nicht automatisch verständiger. Manchmal macht es uns sturer.
Der Forscher Dan Kahan hat das eindrücklich gezeigt. Man sollte meinen, dass Menschen bei einem Streitthema, etwa dem Klimawandel, umso eher zusammenfinden, je mehr sie darüber wissen. Das Gegenteil ist der Fall. Bei den kompetentesten Menschen war die Spaltung am größten. Warum? Weil wir unsere Klugheit gern dafür einsetzen, das zu untermauern, was unsere Gruppe ohnehin glaubt. Je schärfer der Verstand, desto besser die Argumente für die eigene Seite. Wissen wird dann nicht zur Brücke, sondern zur Rüstung.
Das ist entmutigend, wenn man glaubt, allein mit Fakten ließe sich Spaltung heilen. Genau das lässt sich eben nicht. Denn der Kern der Spaltung liegt oft nicht im Kopf, sondern im Gefühl: Man misstraut den Menschen der anderen Seite, ganz unabhängig davon, wie groß die sachliche Differenz wirklich ist.
Und hier kommt etwas ins Spiel, das mich hoffnungsvoll stimmt. Die Psychologen Daniel Stancato und Dacher Keltner haben in Experimenten Menschen zum Staunen gebracht, zum Beispiel mit Naturaufnahmen, und danach ihre politischen Haltungen gemessen. Das Ergebnis: Nach dem Staunen urteilten die Menschen weniger verhärtet. Sie nahmen ihre politischen Gegner als weniger feindselig wahr. Die ideologische Betriebstemperatur war gesunken.
Der Grund ist genau das „kleine Selbst“, von dem ich früher in dieser Reihe erzählt habe. Wer staunt, erlebt sich für einen Moment als Teil von etwas Größerem, und wer sich als Teil eines größeren Ganzen fühlt, muss seine Position nicht mehr so verbissen verteidigen. Staunen sucht, wie Keltner sagt, eher das Gemeinsame als das Trennende.
Ich habe das einmal selbst beobachtet, bei zwei jungen Menschen in einem meiner Seminare. Sie gerieten aneinander, richtig laut, keiner hörte mehr zu, die Fronten waren verhärtet. Dann zog über ihnen ein Vogelschwarm vorbei, in diesen atemberaubenden, flüssigen Mustern. Beide verstummten mitten im Satz und schauten hoch. Sie staunten, gemeinsam. Als sie weiterredeten, war die Luft anders. Sie wurden sich nicht einig. Aber sie hörten einander wieder zu. Aus zwei Gegenpolen, die sich abstießen, waren zwei Pole geworden, zwischen denen Strom fließt.
Daraus folgt für mich eine ganz praktische Empfehlung, für Teams wie für Familien: Ein kurzer, gemeinsamer Staunmoment vor einem schwierigen Gespräch ist keine Spielerei. Ein überwältigendes Bild, ein verblüffender Trick, eine große offene Frage, das lenkt nicht ab, es bereitet vor. Es senkt die Temperatur, bevor die Sachfrage beginnt.
Es geht nicht darum, Differenzen wegzuzaubern. Es geht darum, sie in einem Klima zu verhandeln, in dem das Verbindende kurz spürbar war. Skepsis schützt uns vor der Lüge. Staunen schützt uns vor der Verhärtung. Wir brauchen beides.
Nächster Teil: Warum ich den Trick nicht verrate.
Teil 7 von 9
Warum ich den Trick nicht verrate
Geheimnis und Rätsel, Van Helsing, „Transparenz ist nicht Wahrheit“.
Die häufigste Frage nach jedem Auftritt ist immer dieselbe: „Wie haben Sie das gemacht?“ Und fast immer verrate ich es nicht. Das enttäuscht manche. Deshalb möchte ich hier erklären, warum das kein Geiz ist, sondern der eigentliche Sinn der Sache.
Es gibt einen feinen, aber wichtigen Unterschied zwischen einem Rätsel und einem Geheimnis. Ein Rätsel ist etwas, das noch nicht gelöst wurde, aber gelöst werden kann. Ein Kreuzworträtsel, eine Rechenaufgabe, ein Kriminalfall. Ein Geheimnis dagegen ist etwas anderes: ein Raum, den man offen hält. Die französische Philosophin Anne Dufourmantelle hat wunderbar beschrieben, dass unsere Zeit dazu neigt, jedes Geheimnis sofort in ein Rätsel zu verwandeln: Alles muss enthüllt, erklärt, transparent gemacht werden. „Transparenz“, schreibt sie, „ist nicht Wahrheit.“
Wenn ich einen Trick erkläre, verwandle ich in genau diesem Sinne ein Geheimnis in ein gelöstes Rätsel. Und in dem Moment ist etwas vorbei: der Schwebezustand, in dem Sie an der Grenze Ihres Wissens standen und staunten. Genau dort, an dieser Grenze, findet das Lernen statt, nicht davor und nicht danach. Wer den Trick sofort auflöst, beendet die Erfahrung, bevor sie wirken kann.
Ich denke dabei gern an eine Romanfigur: Professor Van Helsing aus Bram Stokers Dracula. Ihm steht der nüchterne Dr. Seward gegenüber, ein kluger, präziser Mann, der nur gelten lässt, was er erklären kann. Van Helsing sagt ihm einen Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht: „Es ist der Fehler unserer Wissenschaft, dass sie alles erklären will. Und wenn sie es nicht erklären kann, dann sagt sie, es gebe nichts zu erklären.“
Das ist keine Absage an die Wissenschaft. Im Gegenteil. Van Helsing beherrscht die Methoden, kennt die Fakten, respektiert das Handwerk, und er bleibt offen für das, was die Fakten allein nicht fassen. Er hält seine „kleinen Wahrheiten“ fest und schätzt sie, aber er lässt nicht zu, dass sie ihm die Sicht auf das Größere verstellen. Genau diese Doppelhaltung möchte ich üben: den Blick fürs Detail und den Blick fürs Ganze.
Der ungelüftete Trick ist also kein vorenthaltenes Wissen. Er ist ein bewusst offen gehaltener Raum. Solange die Frage Wie kann das sein? in Ihnen weiterarbeitet, bleibt Ihre Wahrnehmung wach, bleibt die Welt antwortfähig. Eine restlos erklärte Welt hat uns nichts mehr zu sagen; sie ist, um es mit einem anderen Denker zu sagen, stumm geworden.
Missverstehen Sie mich nicht: Das Prinzip hinter einem Trick offenzulegen, kann ein herrlicher Lernmoment sein, und genau das tue ich in meinen Seminaren an der richtigen Stelle. Aber das ist etwas anderes als das schnelle „Verraten“, das nur die Neugier stillstellt.
Deshalb also mein Nein. Nicht, um Sie im Dunkeln zu lassen. Sondern um das Licht ein bisschen länger brennen zu lassen: das Licht der offenen Frage, in dem wir am meisten sehen.
Nächster Teil: Newton war Alchemist. Warum Wissenschaft und Zauberkunst Geschwister sind.
Teil 8 von 9
Newton war Alchemist: warum Wissenschaft und Zauberkunst Geschwister sind
Wissenschaft und Zauberkunst als Geschwister: die historische Pointe.
Wer Wissenschaft und Zauberkunst in einem Atemzug nennt, erntet Stirnrunzeln; das war der Ausgangspunkt dieser Reihe. Heute möchte ich das Stirnrunzeln endgültig auflösen. Denn die Geschichte erzählt eine überraschende Wahrheit: Wissenschaft und Magie sind keine Feinde. Sie sind Geschwister mit gemeinsamer Herkunft.
Die Vorstellung, beide seien Gegenpole, ist erstaunlich jung. Über den größten Teil der Menschheitsgeschichte waren sie dieselbe Tätigkeit, ausgeübt von denselben Menschen, angetrieben von demselben Motor: dem Staunen über eine unverstandene Welt und dem Willen, sie zu begreifen.
Im Mittelalter gab es die Trennung schlicht nicht. Was wir heute Aberglaube nennen würden, war damals eingebettet in die anerkannten Theorien der Zeit. Medizin und Astrologie gehörten zusammen; die Astrologie war Teil der freien Künste an den Universitäten. Es gab sogar einen anerkannten Bereich, die magia naturalis, die „natürliche Magie“: die Erforschung der verborgenen Kräfte in Steinen, Pflanzen, Gestirnen. Sie war der geschützte Raum, aus dem später die Naturwissenschaft hervorging. Man könnte zugespitzt sagen: Die Naturwissenschaft ist ein Kind der erlaubten Magie.
Das schönste Beispiel ist Isaac Newton. Der Mann, der die Schwerkraft beschrieb, verbrachte über dreißig Jahre mit alchemistischen Experimenten. Lange galt das als peinliche Marotte. Heute sehen Wissenschaftshistoriker es anders: Ausgerechnet die alchemistische Idee unsichtbarer Fernwirkungen erlaubte Newton, sich die Schwerkraft überhaupt vorzustellen, eine Kraft, die über den leeren Raum hinweg wirkt, ohne Berührung. Er übersetzte den magischen „Geist“ in den mathematischen Begriff der „Kraft“. Das Fundament der modernen Physik ist eine geglückte Übersetzung magischer Konzepte in die Sprache der Mathematik.
Auch die Chemie war bis um 1700 nicht von der Alchemie zu trennen: dieselben Labore, dieselben Substanzen, dieselben Menschen. Die Trennung kam erst später, und sie hatte handfeste Gründe: Die junge akademische Chemie wollte seriös wirken und erklärte die Alchemie nachträglich zur Scharlatanerie, und verschwieg dabei, wie viel sie ihr verdankte. Die Grenze zwischen „Wissenschaft“ und „Aberglaube“ wurde also nicht entdeckt, sondern gezogen.
Diese kleine Geschichte hat für mich eine große Pointe. Wenn ich einen Zauberkünstler in den Hörsaal stelle, ist das keine Grenzverletzung, es ist eine Heimkehr. Ich behaupte dabei nichts Übernatürliches. Die moderne Bühnenzauberei ist im Gegenteil eine Erfindung der Aufklärung: eine Magie, die offen zugibt, Illusion zu sein, und gerade dadurch die Skepsis schult. Seit über dreihundert Jahren dient der aufgeklärte Zaubertrick als Lehrmittel gegen den „falschen Stolz des Wissens“.
Wenn mich also jemand fragt, was Zauberei mit Wissenschaft zu tun habe, ist die historisch korrekte Antwort: alles. Newton war Alchemist, die Chemie ist eine getaufte Alchemie, und die wissenschaftliche Neugier selbst ist der gezähmte Nachfahre des magischen Staunens.
Und ehrlich: Ist das nicht selbst ein kleiner Staunmoment? Kaum jemand erwartet, dass die Trennung von Wissenschaft und Magie jünger ist als das Teleskop.
Nächster Teil: Mara und Philemon, zwei Wege, sich zu irren.
Teil 9 von 9
Mara und Philemon: zwei Wege, sich zu irren
Erzählerischer Abschluss: zwei Wege, sich zu irren, und der gemeinsame Staunmoment.
Zum Abschluss dieser Reihe möchte ich Ihnen von zwei jungen Menschen erzählen. Sie sind erfunden, und trotzdem wahr. Nennen wir sie Mara und Philemon.
Erster Tag an der Hochschule. Mara hat den Raum in unter zehn Sekunden sortiert. Der Typ mit der teuren Jacke, ganz vorne: arrogant, ein Klugscheißer. Die Frau, die schon eine Frage stellt: Streberin. Der Dozent: bestimmt wieder so einer. Mara ist so beschäftigt mit dem Einordnen, dass sie gar nicht zuhört; wozu auch, sie kennt das Ende der Geschichte ja schon.
Am selben Tisch sitzt Philemon. Auch er hat den Raum sortiert: Alle hier sind ihm zu langsam. Den Stoff der ersten Wochen hat er längst überflogen. In der zweiten Reihe sieht er ein Mädchen mit verschränkten Armen und denkt: die Aufgeberin. Nichts verachtet er so sehr wie das Aufgeben.
Zwei Menschen, die sich auf den ersten Blick gründlich unmöglich finden. Und beide sind stolz darauf, wie schnell sie den anderen durchschaut haben.
Hier ist der Punkt, um den es mir geht: Jede dieser blitzschnellen Schubladen war eine kleine Behauptung über die Welt, und keine einzige hatten die beiden je überprüft. Es fühlte sich an wie Wissen. Es war keins.
Mara und Philemon irren auf entgegengesetzte Weise, und vielleicht erkennen Sie in einem von beiden ein Stück von sich. Mara hat sich früh eingerollt: „Ich kann das ohnehin nicht.“ Ihr Irrtum ist die Resignation. Philemon hat früh alles durchschaut: „Ich habe das längst begriffen.“ Sein Irrtum ist der Hochmut. Und beide teilen dieselbe blinde Stelle: Sie halten ihr schnelles Urteil für Klugheit.
Als beide zum ersten Mal einen Zaubertrick sehen, eine Münze, die unter einer Schachtel auftaucht, die die ganze Zeit auf der eigenen Handfläche stand, reagieren sie typisch. Mara schnaubt: „Billiger Trick“, lauter als nötig. Philemon nennt sofort, fast triumphierend, eine „Methode“. Der eine muss das Geheimnis wegschnauben, der andere muss es zuklappen. Beide halten es nicht aus, dass da eine offene Frage ist.
Und genau das ist die Frage, um die diese ganze Reihe kreiste: Wie kann das sein? Bei Mara und Philemon arbeitet sie weiter, ob sie wollen oder nicht. Sie ist der erste Riss in ihrer Gewissheit. Philemon macht später eine erschütternde Entdeckung: dass sein schnelles Verstehen kein Reichtum war, sondern eine Verarmung. Er hatte so viel so früh durchschaut, dass ihm die Welt grau geworden war. Vielleicht, denkt er, bin ich nicht klüger als die anderen. Vielleicht bin ich nur tauber.
Was die beiden verbindet, ist am Ende nicht Rechthaben, sondern ein gemeinsamer Moment des Staunens: ein Vogelschwarm über ihnen, unter dem sie beide für einen Augenblick klein werden und verstummen. Aus Gegenpolen, die sich abstoßen, werden zwei Pole, zwischen denen Strom fließt.
Das ist die Hoffnung, die hinter all meinen Programmen steht. Wir alle sortieren ununterbrochen, urteilen, klappen zu. Das Staunen ist der kurze, kostbare Moment, in dem wir eine Schublade wieder aufziehen. In dem wir uns fragen: Stimmt das eigentlich, was ich zu wissen glaube?
Danke, dass Sie diese neun Geschichten mit mir gegangen sind. Wenn Ihnen das nächste Mal etwas „billiger Trick“ oder „längst durchschaut“ durch den Kopf geht: Halten Sie einen Moment inne. Und staunen Sie lieber.
Ende der Reihe. Wenn Sie mögen, erleben Sie das Ganze live: auf der Bühne oder ganz klein am Tisch.
Vertiefung
Das Fortbildungsscript
Die Grundlage aller Formate: ein laufend erweitertes Werk in sechs Teilen.
Hinter den Formaten steht ein umfangreiches Fortbildungsscript, das aus dem Workshop-Script und dem Theorietext „Zauberkunst in Lehre und Förderung“ (RWU Ravensburg-Weingarten, Forschungssemester 2026), dem Diskussionspapier „Wissenschaft und Zauberkunst für Teams“ (mit Jan Becker und Rainer Mees) und Teilen aus Jan Beckers Buch „WOW“ zusammengeführt wurde. Es verfolgt drei Ziele: die theoretische Grundlage auf einen einheitlich evidenzbasierten Stand bringen, Erkenntnisse der Organisationsforschung für den Lehrkontext nutzbar machen und ein Dokument schaffen, das sich für Lehrerfortbildungen wie für Organisationsseminare eignet.
| Teil | Inhalt |
| I | Einführung und Grundlagen: Ziele, Kontext, Grundverständnis; die beiden Auftakt-Rituale des Formats, Medaillon und Perlenband; die historische Scheidung von Alchemie und Chemie, Astrologie und Astronomie. |
| II | Theoretischer Rahmen: Neurokognition und Predictive Processing, konstruierte Emotion, Unaufmerksamkeitsblindheit, Alief und Embodiment, Wahrheit und Methode, Offenheit und Geheimnis, Persona und Glaubwürdigkeit, Entscheidung und Noise, Constraints und Fokus. Dazu literarische Seitenblicke: Der Nachtzirkus, Goethes Faust, Das Imperium schlägt zurück. |
| III | Praxis im Unterricht: Experimente und Praxiseinheiten (Newcomb-Becherspiel, Gilbreath und Modulo 9, Ideomotor-Pendel, p-Hacking als Zaubertrick), Vier-Phasen-Skript, Fachunterricht, Praxis-Werkstatt, Curriculum, Evaluation. |
| IV | Transfer in Organisationen: Meetings, hyperautonome Entscheider, Handschrift-Notizen, das Seminarformat in sieben Modulen mit Moderationstexten und Arbeitsaufträgen. |
| V | Geschichten: vier Wunder-Geschichten zum Erzählen, jeweils mit passendem Trick-Anker und theoretischer Einordnung. |
| VI | Staunen ohne Trick: fünf dokumentierte Studien, in denen die Wirklichkeit selbst die Rolle des Zauberkünstlers übernimmt. |
Durch das gesamte Werk laufen zwei Erzählfäden, die im Epilog zusammengeführt werden: Maras Tagebuch und Philemons Randnotizen, zwei gegensätzliche Lernwege durch dieselben Stationen. Die Anhänge enthalten das Vortragsskript, das Schüler-Booklet, ein Glossar mit evidenzbasierten Begriffsersetzungen, die Pamphlete für Schüler- und Erwachsenenformate, die Erhebungsinstrumente der Evaluation sowie Kartensätze für Assoziations- und Wert-Farbe-Übungen.
Vertiefung
Die Begleitstudien
Ob das Staunen wirklich bessere Hypothesen hervorbringt, wird gemessen, nicht behauptet.
Das Format wird empirisch begleitet. Vier eigene Studien sind bisher dokumentiert:
- Publikumsbefragung nach Vorführungen mit Marker-Karten (Plickers-Prinzip): Staunen, Textbewertung, Personenbewertung, ausgewertet klassisch und bayesianisch.
- Gender-Bias-Experiment: „Urteilen wir wirklich fair?“ Vier-Gruppen-Design (Geschlecht mal Titel) mit anonymer Live-Abstimmung.
- Videostudie und Feldstudie zum Monty-Hall-Problem: drei Online-Umfragen zur Frage, ob ein Staunmoment die Bereitschaft erhöht, die eigene Intuition zu revidieren.
- Studie 4: Staunen und Hypothesengüte. Randomisierte Online-Studie mit zwei Armen (Zaubertrick mit „Brett der Wunder“ gegen Mathe-Lesetexte), verblindete Konsens-Kodierung der offenen Antworten, 53 auswertbare Fälle. Feldphase abgeschlossen im August 2026.
Eine studienübergreifende Synthese fasst die Ergebnisse zusammen; eine empirische Notiz dazu ist für die Zeitschrift Journal of Performance Magic vorbereitet. Die Auswertungsskripte und Erhebungsinstrumente sind Teil des Begleitmaterials.
Vertiefung
Ausgewählte Literatur
Die wissenschaftliche Grundlage in Kürze. Das vollständige Verzeichnis mit Abstracts umfasst mehrere hundert Quellen.
- De Cruz, H. (2024). Wonderstruck: How Wonder and Awe Shape the Way We Think. Princeton University Press.
- Keltner, D. (2023). Awe: The New Science of Everyday Wonder and Why It Matters. Penguin Press.
- Kahan, D. M. et al. (2012). The polarizing impact of science literacy and numeracy on perceived climate change risks. Nature Climate Change, 2, 732–735.
- Feldman Barrett, L. (2020). Seven and a Half Lessons About the Brain. Houghton Mifflin Harcourt.
- Kahneman, D., Sibony, O. & Sunstein, C. R. (2021). Noise: A Flaw in Human Judgment. Little, Brown Spark.
- Wiseman, R. (2023). Magic: How Conjuring Has Changed the World. Bloomsbury.
- Sousa, D. A. & Pilecki, T. (2018). From STEM to STEAM. Corwin Press.
- Norton, M. I. (2024). The Ritual Effect: From Mundane to Meaningful. Avid Reader Press.
- Rosa, H. (2016). Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Suhrkamp. Und: Rosa, H. (2018). Unverfügbarkeit. Residenz.
- Dufourmantelle, A. (2021). Verteidigung des Geheimnisses. Matthes & Seitz.
- Epstein, D. (2026). Inside the Box: How Constraints Make Us Better. Riverhead Books.
- Edmondson, A. (1999). Psychological safety and learning behavior in work teams. Administrative Science Quarterly, 44(2), 350–383.
Fragen zur Literatur oder zum Script? Schreiben Sie mir.